La Paz – der höchste Regierungssitz der Welt

By | 2014-04-28

Mit dem Bus ging es nachmittags weiter von Copacabana nach La Paz. Die 4-stündige Fahrt führte uns durch eine wunderschöne Landschaft entlang des Titikaka Sees und der über 6000m hohen Berge der Anden Boliviens. Die Fernstraße nach La Paz überquert den Titikaka See, es gibt aber keine Brücke sondern eine Fähre. Die so genannte Wasserstraße von Tiquina ist ca. 800m breit und unser Bus wurde auf eine kleine, ziemlich klapprig aussehende Fähre verladen. Wir mußten aussteigen und mit einem Boot über den See fahren. Hier warteten wir und beobachteten die Fähre mit unserem Bus und Gepäck. Aber auch der Bus kam gut auf der anderen Seite des Sees an.
La Paz liegt in einem Tal der Hochebene des Altiplanos. Der Höhenunterschied von der direkt angrenzenden Nachbarstadt El Alto, wo sich auch der Flughafen befindet, bis zum Südende von La Paz beträgt fast 1000m. El Alto war früher mal ein Stadtteil von La Paz. Heute hat es mehr Einwohner als La Paz selbst. Hier gibt es viele Armutsviertel. In El Alto wimmelte es auf den Straßen nur so von Menschen und Autos. Am Straßenrand saßen viele Einwohner mit auf dem Boden ausgebreiteten Waren zum Verkauf. Beim Vorbeifahren konnte Seppel die so genannten “Todes-Puppen” erkennen, die vor Geschäften oder Märkten aufgehängt sind. Sie sollen eine Warnung für Diebe sein, denn in El Alto herrscht noch Selbstjustiz. Diebstahl wird hier teilweise mit dem Tod bestraft.
Bei der Fahrt durch El Alto hinunter nach La Paz hatten wir einen spektakulären Ausblick auf die Stadt. La Paz befindet sich zwischen 3200 bis 4100m über dem Meeresspiegel und ist damit der höchstegelegene Regierungssitz der Welt. Wir kamen schließlich gegen Abend am Busbahnhof in La Paz an und fuhren dann mit dem Taxi einmal quer durch die Stadt bis zum südlichen Stadtviertel Sopocachi. Hier quartierten wir uns im Rendezvous Hotel ein, was wirklich ein Glücksgriff war. Zack, der amerikanische Besitzer des Hotels, begrüßte uns gleich ganz herzlich und überschüttete uns mit Tipps über La Paz. Man merkte ihm sofort an, dass er die Arbeit in seinem eigenen Hotel wirklich gern macht. Von unserem Zimmer aus hatten wir einen Wahnsinnsausblick auf die Stadt und ihr Wahrzeichen, den Illimani, mit 6.439m der zweithöchste Berg Boliviens.
Das Frühstück in unserem Hotel war super, so viel Auswahl hatten wir auf unserer Reise noch nie. Es gab Müsli, Joghurt, richtige (!) Brötchen, Kuchen, Obst und sogar Käse und Wurst! In letzter Zeit hatten wir meistens nur ein paar Scheiben Toast mit einem kleinen Stückchen Butter und einem Klecks Marmelade bekommen. Ich war schon fast überfordert und wußte gleich gar nicht, was ich essen sollte. Gut gestärkt machten wir uns dann auf den Weg in die Stadt. Dort hatten wir uns mit Rune und Kim verabredete, die auch gerade in La Paz waren. Wir trafen uns in einem englischen Pub zum Fußballschauen. Aber eigentlich haben wir mehr gequatscht als Fußball geschaut. Es gab ja auch viel zu berichten, denn das letzte Mal hatten wir uns auf Galapagos gesehen. Auch den Abend verbrachten wir gemeinsam. Kim und Rune wollten in ein bestimmtes argentinisches Steakrestaurant, aber die Suche war vergeblich und so landeten wir in einem Thairestaurant. Dann mußten wir uns auch schon wieder verabschieden, weil die beiden auf eine Trekkingtour gingen. Aber wir wollten uns bald wieder treffen und zusammen eine Tour zum Salar de Uyuni machen, dem größten Salzsee der Erde.
Den folgenden Tag verbrachten Seppel und ich damit uns Informationen über Salar de Uyuni zu besorgen. Es gibt so viele Anbieter, da ist eine Auswahl gar nicht so einfach. Auch wollten wir nicht am falschen Ende sparen, denn das geht bei vielen Touren auf Kosten der Sicherheit. Wir haben sogar von betrunkenen Fahrern gehört und einigen schlimmen Unfällen. Von einem Schweizer Paar hatten wir auf der Rückfahrt von der Isla del Sol eine Empfehlung für Tupiza Tours bekommen und gingen deshalb direkt in ihr Büro in La Paz. Das Angebot für uns vier, zusammen mit Kim und Rune, klang super. Wir hatten aber noch ein paar Tage Zeit zum überlegen, denn die nächsten Tage verbrachten Seppel und ich erstmal im Amazonas-Dschungel…

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