Arequipa, die „weiße Stadt“

By | 2014-04-20

Über Nacht fuhren wir von Cusco nach Arequipa. Der Bus war sehr komfortabel und die Sitze bequem, trotzdem fühlte es sich an als ob wir die ganze Zeit auf einem Feldweg unterwegs waren, ständig ruckelte und wackelte es. Als die Sonne aufging waren wir schon fast am Ziel und sahen die riesigen Berge rings um Arequipa. Am Busbahnhof schnappten wir uns ein Taxi und kamen gegen 7:00 Uhr morgens im Hostal Los Andes an. Leider waren noch alle Zimmer belegt und so mußten wir bis 11:00 Uhr warten. Wir waren ziemlich kaputt von der langen Busfahrt, machten uns aber nach einer kleinen Siesta nochmal auf in die Stadt. Arequipa ist ein schöner Ort mit einer großen Kathedrale am Plaza de Armas. Unser Hostel war auch gleich um die Ecke und aus unserem Fenster konnten wir sogar den über 5800m hohen, noch aktiven Vulkan Misti sehen.
Arequipa wird auch „weiße Stadt“ genannt, einmal wegen der vielen weißen Gebäude, zum anderen lebten hier früher viele Spanier, deren Haut viel heller war als die der Einheimischen.
Als wir gerade beim Abendessen in einer kleinen Gasse saßen, sahen wir ein Paar, dass wir schon in Borneo und danach auch noch in Sydney gesehen hatten. Wir kamen aber nie ins Gespräch und auch dieses Mal waren sie schon wieder weg und in einem Geschäft verschwunden. Vielleicht verfolgen sie uns, dachten wir. Beim nächsten Mal müssen wir sie aber auf jeden Fall ansprechen.
Meinen 33. Geburtstag verbrachten wir auch in Arequipa. Nachdem ich an meinem letzten Geburtstag krank im Bett lag, konnten wir uns dieses Mal einen schönen Tag machen. Zum Frühstück saßen wir gemütlich draussen im Innenhof unseres Hostels in der Sonne. Nach den ersten Email-Geburtstagsgrüßen kamen auch schon die Gratulationen per Skype von unseren Familien. Am Nachmittag gingen wir in das kleine belgische Café oCacao und probierten leckere hausgemachte Pralinen aus belgischer Schokolade und Kuchen. Wir spazierten ein bisschen durch Arequipa und zum Abendessen ging´s in das Restaurant eines Schweizers. Endlich gab es mal wieder richtigen Käse (der war  aus Peru) und das Fleisch und der Fisch waren auch sehr lecker. Natürlich gabs zur Feier des Tages einen leckeren peruanischen Rotwein dazu. Und dann war mein Ehrentag auch schon wieder vorbei.
An unserem letzten Tag in der “weißen Stadt” machten wir einen geführten, kostenlosen Stadtrundgang. Kostenlose Stadtführungen gibt es in vielen Orten, aber die Guides freuen sich natürlich immer über eine Spende. Wir erfuhren dabei viel über Arequipa, besuchten ein Café und eine kleine Schokoladenfabrik. Auch das für die Stadt bekannte Eis „Queso Helado” haben wir probiert. Übersetzt heisst es Käse-Eis, aber mit Käse hat es nichts zu tun, sondern es schmeckt wie Vanilleeis. Nach der Stadtführung gingen wir mit ein paar Leuten aus der Gruppe zum Mittagessen und probierten Meerschweinchen, eine peruanische Spezialität. Komplett mit Zähnen und Füßchen serviert hatte es zwar nicht viel Fleisch, aber es war trotzdem ganz lecker. Meerschweinchen ist im Verhältnis zu anderen Fleischsorten relativ teuer, aber wir wollten es auf jeden Fall auch mal probieren. Am Nachmittag schauten wir uns das Kloster Monasterio de Santa Catalina an. Es ist so groß, dass es auch als „Stadt in der Stadt” bezeichnet wird. Am nächsten Morgen machten wir uns auf den Weg zum Titikaka-See.

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